Bibliothek der Universität Konstanz
 

Befragungen

Perspektiven der Literatur-und Informationsversorgung
Ergebnisse der Befragung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Konstanz 2007

 

Die Ergebnisse liegen jetzt vor.

Die Befragung „Perspektiven der Literatur- und Informationsversorgung“ wurde im Auftrag der Arbeitsgruppe Bibliothekskonzept der Universität durchgeführt und basiert auf Experteninterviews mit Vertretern aller Fachbereiche im Sommersemester 2006. Auftrag und Zielsetzung war die Erhebung von repräsentativen Daten zu Nutzungsverhalten, Defiziten in der Versorgung sowie Erwartungen an die zukünftige Literatur- und Informationsversorgung. Die Ergebnisse der Befragung sind bei einer Rücklaufquote von 46.1% repräsentativ.

Über alle Fachbereiche und Statusgruppen sind Bücher und elektronische Zeitschriften die Medientypen, die von den Wissenschaftlern der Universität am intensivsten genutzt werden. Bezogen auf die einzelnen Fachbereiche gibt es jedoch eine Vielzahl von Unterschieden. So werden Bücher v.a. in der Sektion Geisteswissenschaften und im Fachbereich Jura genutzt, wohingegen bei den Naturwissenschaften lediglich die Mathematiker intensive Büchernutzer sind. Gedruckte Zeitschriften spielen ebenfalls in den Geisteswissenschaften sowie in Jura eine sehr große Rolle, wohingegen elektronische Publikationen in den Natur- und Sozialwissenschaften die sehr viel größere Bedeutung haben.

Dieses tatsächliche Recherche- und Nutzungsverhalten muss im Zusammenhang mit der Erwartungshaltung aller Fächer gesehen werden, einen Ausbau des elektronischen Zeitschriftenangebots zu wünschen. Gedruckte Zeitschriften und Datenbanken werden für die Zukunft wenig nachgefragt, auch nicht in den geisteswissenschaftlichen Fächern. Es besteht aber weiterhin Bedarf an Büchern, v. a. in den Geisteswissenschaften.

Es gibt derzeit eine klare Teilung der Nutzungskulturen: In der naturwissenschaftlichen Sektion wird fast ausschließlich mit online verfügbaren Dokumenten gearbeitet, in der rechts-, wirtschafts- und verwaltungswissenschaftlichen Sektion überwiegt die Online-Nutzung, in der geisteswissenschaftlichen Sektion überwiegt die Nutzung von Printmedien. In allen drei Sektionen wird aber ein starker Ausbau der elektronischen Angebote gefordert, mit Gewichtungsunterschieden zwischen den Sektionen, so dass von einer Zunahme der Online-Orientierung über alle Fächer hinweg auszugehen ist.

Information über neue Forschungsergebnisse findet auf drei Wegen statt, die häufig in Mischformen auftreten: gedruckt, elektronisch, sozial. Der gedruckte Weg spielt v.a. in den Geisteswissenschaften und Jura eine große Rolle. Der soziale Weg ist in den Naturwissenschaften und der Sprachwissenschaft besonders wichtig; der elektronische Weg taucht nahezu überall auf. Wichtigster Mischtyp ist der sozial-elektronische Recherchetypus, der auf etwa ein Drittel der Befragten zutrifft. Der insgesamt am häufigsten auftretende Typus ist allerdings der alle drei Wege nutzende Wissenschaftler (43%).

Die Beschaffung von Dokumenten findet je nach Fachbereich auf unterschiedlichen Wegen statt. Die Nutzung des gedruckten Bestands der Bibliothek und der private Kauf von Büchern spielt in den Geisteswissenschaften und in Jura, in denen Bücher als Medium am wichtigsten sind, die größte Rolle. Elektronische Zeitschriften sind für diese Gruppe auf der anderen Seite zwar wichtig, aber deutlich weniger wichtig als für die anderen Fachbereiche der Natur- und Sozialwissenschaften. Während der Dokumentlieferdienst Subito nahezu von allen Fachbereichen benutzt wird, sind es v.a. die Geisteswissenschaften mit ihrer Buch-Orientierung, die die Fernleihe in Anspruch nehmen. Pay-per-view-Angebote werden bisher kaum wahrgenommen.

Weitere Fragen befassen sich mit den zentralen Problemen der Literaturversorgung sowie der Bedeutung wissenschaftlicher Zeitschriften und der Erwartung an zukünftige Dienstleistungen. Beim letzten Themenkomplex sind es unabhängig von Status und Fachbereich v.a. die sehr schnelle Beschaffung von Dokumenten im Einzelfall, die aktive Information über neue Zeitschriften / Datenbanken sowie über Neubeschaffungen und der Wunsch nach kompetenten Ansprechpersonen in der Bibliothek, die besonders hervorzuheben sind.

Ein zusätzlicher Themenbereich befasste sich mit der Einstellung zu und derErfahrung mit Open Access. Die Nutzung von Open-Access-Angeboten ist durchaus hoch, allerdings ist der Anteil derer, die wirklich selbst aktiv Open Access publizieren, noch relativ gering. Viele der Befragten planen, zukünftig Open Access zu publizieren, diejenigen, die bereits Open Access publiziert haben, wollen dies auch wieder zu tun. Informations- und Schulungsangebote zu Open Access und zum Institutional Repository KOPS werden von der Bibliothek erwartet.

Zur Kurzform: Die wichtigsten Ergebnisse als Abbildungen [pdf]

Zur Langform: Die Studie [pdf]

 

Die Bibliothek hat bereits Ende der 90er Jahre eine Befragung der Lehrenden und eine Befragung der Studierenden durchgeführt, um deren Gewohnheiten, Einschätzungen und Zukunftsbedürfnisse zur ermitteln.

Die Ergebnisse finden Sie hier:

http://kops.ub.uni-konstanz.de/volltexte/1999/63/

http://kops.ub.uni-konstanz.de/volltexte/2000/500/