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Bibliothek

Sammlung georgischer Altertümer

Im Jahre 1990 kam eine Sammlung georgischer Altertümer hinzu, die der Universität im Rahmen eines Kooperationsvertrages von der Georgischen Akademie der Wissenschaften in Tbilissi (Tiflis) überlassen wurde. Die neuausgestellten Sammlungsstücke stammen aus den Grabungen von Prof. Dr. Otar Lordkipanidze in Georgien, und zwar aus dem westlichen und aus dem mittleren Landesteil, den antiken Landschaften Kolchis und Iberien. Erstmals sind damit georgische Altertümer in größerer Zahl in der Bundesrepublik Deutschland vertreten. Die Objekte umfassen einen Zeitraum vom 15./14. Jahrhundert v.Chr. bis zum 6./7. Jahrhundert n.Chr. Im wesentlichen handelt es sich um Keramikgefäße unterschiedlichster Form und Machart, um Bronze- und Eisenobjekte - Waffen, Werkzeuge und Schmuckstücke - sowie um Glasgefäße und Halsketten aus Glas. Besonders hervorzuheben sind zwei kolchische Silbermünzen (Nr. 184-185) des 4./3. Jahrhunderts v.Chr. und mehrere Gipsabdrücke von Gemmen mit Figuren- und Tierszenen (Nr. 174-183). Seltenheitswert haben z.B. auch eine Gußform für Metallperlen (Nr. 150) oder eine Kette aus Bronze-Glöckchen (Nr. 164). Aber auch das Fragment eines Blasebalgs (Nr. 146) verdient Aufmerksamkeit: Es stammt von einem Eisenschmelzofen, der an das Ende des 2. Jahrtausends v.Chr. datiert wird, und dokumentiert den hohen technologischen Entwicklungsstand, den Georgien schon zu einem frühen Zeitpunkt erreichte.

Georgien war im Altertum für sein Eisen, mehr aber noch für sein Gold bekannt. Dieser sagenhafte Goldreichtum und die Beziehungen zur griechischen Welt haben ihren Niederschlag in der griechischen Mythologie gefunden, und zwar in der Sage von den Argonauten, die unter Jasons Führung nach Kolchis segeln, um das goldene Vlies zu rauben.

Letzte Aktualisierung: 01.09.2006