Bibliothek der Universität Konstanz
 

Acta Pacis Westphalicae (Hannover 1734 - 1740) Signatur: R 56/49-1

Die Verhandlungen und Abkommen des Friedensschlusses von Münster und Osnabrück, der den 30jährigen Krieg beendete, wurden erst über 80 Jahre später in sieben großformatigen Bänden gedruckt. Das Frontispiz des ersten Bandes zeigt den Autor Johann Gottfried von Meiern in der Pose eines barocken Herrschers. Hier soll nur der prachtvolle, ganzseitige Kupferstich gezeigt werden, der nach dem Titelblatt des ersten Bandes folgt (Abb. 20 und 21). Die vielfigurige Allegorie, die sich auf mehreren Ebenen erstreckt, wirkt wie einem barocken Deckengemälde entlehnt: Oben schwebt die göttliche Vorsehung in den Wolken, über ihrem Haupt Regenbogen mit Auge und Strahlen als Symbol des Friedensbundes zwischen Gott und Noah. Hinter der Vorsehung ist der Tempel des Friedens in Rom sichtbar, dessen Portal von den Personifikationen der Gerechtigkeit und des Friedens verschlossen wird. Auf den Stufen der Überfluß mit Füllhorn und die Eintracht, die ihre Pfeile zusammenbindet.

Unten (Abb 21) thront Deutschland als weibliche Majestät mit Städtekrone und Hermelinmantel. In ihrem Schoß liegen die Kaiserkrone und Kurfürstenhüte. Hinter ihr steht die große Reichsfahne mit dem Doppeladler. Zwei Genien - Frankreich und Schweden - halten Deutschland die Ansichten von Münster und Osnabrück vor. Zu ihren Füßen liegen die Personifikationen von Zwietracht und Kriegsgeist, gefesselt von "Ruhe" und "Zeit". Gegenüber verbrennen einige Genien Kriegsgerät. Im Mittelfeld kauert die Figur der christlichen Religion, umgeben von den Genien der drei Glaubenslehren, der katholischen, der Lutherischen und der reformierten Lehre.