Bibliothek der Universität Konstanz
 

Kurze Geschichte der Wessenbergbibliothek

Die Wessenberg-Bibliothek fällt im Jahre 1860 kraft einer testamentarischen Verfügung des Freiherrn Ignaz Heinrich von Wessenberg (1774-1860) "... zum Nutzen der Stadtangehörigen .." an die Stadt Konstanz. Freiherr von Wessenberg, Generalvikar und Verweser des ehemaligen Bistums Konstanz gilt als einer der bedeutendsten Aufklärer innerhalb des Katholizismus jener Zeit.

Im Laufe seines Lebens erwarb er eine umfangreiche Büchersammlung, die nicht nur durch Bücherkäufe sondern auch durch zahlreiche Schenkungen seiner Zeitgenossen ergänzt wurde. Seine Privatbibliothek diente ihm nicht nur zu beruflichen Zwecken, auch für sein eigenes schriftstellerisches Werk von über 470 Titeln benötigte er eine gut ausgestattete Bibliothek. Seinen Freunden und Konstanzer Bürgern stand die Sammlung jederzeit zur Verfügung.

Die Wessenberg'sche Stadtbibliothek wird im Jahre 1863 unter der Leitung des ehemaligen Sekretärs und Vorlesers von Wessenbergs, Professor Kreuz im Wessenberghaus eröffnet. Bereits 1867 wird die im Anfang noch mehr wissenschaftlich orientierte Bibliothek - durch belehrende und unterhaltende Literatur ergänzt - auch zu einer Volksbibliothek. Bis zum Jahre 1938, der Gründung der eigentlichen Volksbücherei, hat sie diese Funktion inne. Sie ist seit 1926 dem Leihverkehr der deutschen Bibliotheken angeschlossen. Der seit 1908 bestehende Konnex mit dem Stadtarchiv wird nach dem Zweiten Weltkrieg aufgelöst, und die Bibliothek kehrt nach der kriegsbedingten Auslagerung in die alten Räume zurück.

Ihr Auftrag liegt jetzt in der vollständigen Sammlung der erschienenen Literatur von und über Wessenberg sowie seinem Umfeld und in der Ergänzung des Bestandes an "Konstanzer Drucken".



Durch Beschluss des Gemeinderates der Stadt Konstanz im Jahre 2000 wird die Wessenberg-Bibliothek als Leihgabe der Universität Konstanz übergeben. Im Leihvertrag sind die Modalitäten geregelt, insbesondere die Erhaltung der von Wessenberg selbst gesammelten Bestände sowie aller Werke bis einschließlich Erscheinungsjahr 1899 als geschlossen in den Räumen der Universitätsbibliothek aufgestellter Bestand (seit 1. Juli 2001). Der Bestand ist nicht öffentlich zugänglich.